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Juni 2022

Der Tiersuchdienst Wesermarsch e.V. hat in den letzten Tagen vermehrt mit irritierten Anrufen von verunsicherten Tierfreunden zu tun gehabt. Ursache waren Berichte der örtlichen Presse, in denen es um Fundtiere in Stadland ging.
 

Heidi Huth-Hinrichs, 1. Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins, die sich seit 22 Jahren mit dem Thema Fundtiere beschäftigt, hält es deshalb für notwendig, einige Missverständnisse auszuräumen.
 

„Für Fundtiere“, sagt sie, „ist immer das jeweils zuständige Ordnungsamt zu informieren. Das sagen wir jedem Finder, der sich bei uns meldet und bei dem wir uns ein Tier ansehen.“

Dass sich die Finder selbst umgehend bei der zuständigen Behörde melden müssen, steht auch in einem Merkblatt, das der Verein den Findern aushändigt. Darauf wird die rechtliche Lage genau erläutert.
Die Verantwortlichkeit der Städte und Kommunen ist keine Ermessensfrage, sondern wird mit Tierschutzgesetz und Fundrecht zwingend geregelt.

Als zuverlässige, rund um die Uhr erreichbare, zentrale Anlaufstelle nimmt der Tiersuchdienst aus allen neun Gemeinden der Wesermarsch täglich zahlreiche Meldungen von zugelaufenen oder aufgefundenen Tieren entgegen.


„Wir sind“, so Silvia Kerney, die im Verein u.a. die Öffentlichkeitsarbeit macht, „bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Die Finder vertrauen darauf, mit ihrer Situation nicht allein gelassen zu werden. Ob am Wochenende, an Feiertagen oder nachts. Und das können sie auch weiterhin.“

Missverständlich ist die Aussage im Pressebericht, nachdem es eine vorgegebene „Zuständigkeit“ des regionalen Tierschutzvereins geben soll in Stadland.
„Daraus“, sagt Heidi Huth-Hinrichs, „entsteht der Eindruck einer Ausschließlichkeitsregelung, die es so nicht gibt. Und nicht geben kann. Ob mit Vertrag oder ohne.“

Jeder Einzelne, der ein hilfloses, verletztes, geschwächtes oder dem Anschein nach verloren gegangenes Haustier findet, darf sich zuerst einmal dort Hilfe und Unterstützung holen, wo er sie bekommt.

Eine Meldung beim Ordnungsamt, eine Abholung und weitergehende Unterbringung des Tieres sind vielleicht in der Folge gar nicht notwendig: Dann nämlich, wenn der Tiersuchdienst angerufen wird und beim Anschauen des Tieres eine Kennzeichnung entdeckt und über die Registrierung direkt den Halter informieren kann.

„Wichtig ist“, sagt Silvia Kerney, „dass umgehend gehandelt wird. Nicht erst nach Tagen, Wochen oder Monaten. Wenn Sie einen Schlüsselbund finden, melden Sie den ja auch sofort und warten nicht erstmal ein paar Wochen – rein rechtlich gesehen ist das dasselbe. Unsere Aktiven kommen auch Weihnachten und Ostern, um sich Fundtiere anzusehen und das weitere Vorgehen mit den Findern zu klären, wenn sie bei uns angerufen haben.“

Grundsätzlich muss man bei Fundtieren erst einmal davon ausgehen, dass sie einen Halter haben, der sich sorgt. Dem muss man auch die Möglichkeit geben, sein Tier wieder zu bekommen. Die veröffentlichten Fundmeldungen auf der Facebook-Seite des Vereins haben mittlerweile eine Reichweite bis zu 120.000 Lesern – die Chance, Halter und Tiere wieder zusammenzubringen, ist dementsprechend hoch.


Und das sehr oft, ohne dass Gemeinden und Städten irgendwelche Kosten entstehen.

Missverständlich wird auch oft der Begriff „Wildkatzen“ für herrenlose Tiere benutzt. Die gibt es in unserer Gegend nicht, und die echten europäischen Wildkatzen sind keine verwilderten Hauskatzen. Sie sind tatsächlich Wildtiere und werden nicht einmal dann zahm, wenn man sie mit der Flasche aufzieht.
Verwilderte Hauskatzen jedoch stammen ursprünglich einmal von ausgesetzten, zurückgelassenen, verloren gegangenen Hauskatzen ab, die sich selbst durchs Leben schlagen mussten.

„Unter unserer Rufnummer 04731 222 97 sind wir wie seit über 20 Jahren weiterhin für alle Hilfesuchenden rund um die Uhr erreichbar“, so Heidi Huth-Hinrichs. „In allen neun Gemeinden der Wesermarsch.“


Informationen zum Verein, seiner Arbeit und vieles zum Thema Haustiere finden sich unter www.tiersuchdienst-wesermarsch.de und bei Facebook.

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